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erscheint am 06.06.16

Fachbeiträge

Wie detailliert soll ein Pflichtenheft sein?

12.12.14

Es werden immer wieder Diskussionen geführt, wie detailliert ein Pflichtenheft (manchmal wird auch vom Realisierungs- oder Ausführungspflichtenheft gesprochen) sein soll.
Die "DIN 69905 Projektabwicklung", in welcher der Begriff "Pflichtenheft" im Kapitel 3.53 definiert ist, hilft dabei nur beschränkt weiter. Wörtlich steht da geschrieben: Vom Auftragnehmer erarbeitete Realisierungsvorgaben aufgrund der Umsetzung des vom Auftraggeber vorgegebenen Lastenheftes. - Und das ist dann auch schon alles was in diesem Kapitel zu lesen ist.
Aufgrund dieser knappen Umschreibung kann schon mal fest gehalten werden:
Es gibt keine allgemein gültigen Regeln oder Vorlagen für ein Pflichtenheft.

Die Erfahrung zeigt aber, dass Projekte denen ein detailliertes Pflichtenheft zu Grunde liegt, effizienter und geradliniger abgearbeitet werden können.
Häufig liegt der Mangel nicht bei der Beschreibung der technischen Funktionen des neuen Produktes, sondern beim Drumherum.
Häufige Schwachstellen sind:

  • Die unvollständige Normenrecherche: Es macht keine Freude, wenn erst bei der Gerätezulassung bekannt wird, dass noch eine Sicherheitsnorm einzuhalten ist, die für den eingesetzten Akku die Überwachung des max. Ladestromes auch im einfachen Fehlerfall verlangt.

  • Vergessene Umwelttests: Lange nach Abschluss der Gehäusekonstruktion plötzlich jemand von Vibration- und Falltests zu sprechen beginnt.

  • Definition des Projektabschlusses: Abgabe von 5 lauffähigen Prototypen plus Dokumentation reicht nicht. Was heisst Lauffähig, wie und mit was ist die Lauffähigkeit zu beweisen. Was genau für Dokumente werden verlangt


Die Erfahrung lehrt, dass diese Aufzählung leider oft noch weiter geht und darum im Falle des Pflichtenheftes häufig gilt: "Mehr ist Besser".
Eine Ausnahme innerhalb des Pflichtenheftes ist die Beschreibung der technischen Funktion. Wenn möglich sollte nicht zu restriktiv vorgegeben werden, wie die Umsetzung der Anforderungen zu machen ist, da damit unter Umständen elegante technische Lösungen bereits frühzeitig verbaut werden.

Wichtige Punkte für die Erstellung eines Pflichtenheftes:

  • Beschreibung des Ausgang-Zustandes

  • Beschreibung des Ziel-Zustandes

  • Mehr Inhalt ist tendenziell besser

  • Keine zu engen Lösungswege vorgeben

  • Für die Pflichtenheft-Erstellung genügend Zeit einrechnen, um auch schwierige und ungeliebte Themen (wie Normenrecherche, Verifikationsumfang, Rückverfolgbarkeit oder Rückwärtskompatibilität, usw.) abschliessend einpflegen zu können

  • Genaue Definition des Projektabschlusses

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